Positionierung der LAKS

 

Die LAKS ist seit Jahren aktiv in der Interkulturellen Kulturarbeit, bringt sich ein, organisiert Tagungen mit und unterstützt Weiterbildungsangebote diesbezüglich im Land. Durch die jahrelangen Erfahrungen im Bereich Interkulturelle Kulturarbeit, aber auch motiviert durch die momentane gesellschaftliche Herausforderung, Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren, wollen wir auch das Thema diskriminierungskritischen Kulturarbeit auf die Agenda setzen.

Im Oktober 2014 veranstaltete die LAKS Baden-Württemberg in einem ersten Schritt einen Discussing Workshop mit dem Titel "Das wird man wohl noch sagen dürfen! - Der versteckte Alltagrassismus im Kulturbetrieb". Die hier diskutierten Beispiele offenbarten, dass trotz aller Bemühungen in den letzten Jahren auch im deutschen Kulturbetrieb noch Barrieren herrschen, die bestimmten Bevölkerungsgruppen die freie Auslebung der Kunst und den Zugang zum Kulturangebot erschweren, bzw. rassistische Rollenbilder in Literatur, Theater und Musik transportiert werden. Die LAKS Baden-Württemberg e.V. sprach sich auf ihrer anschließenden Mitgliederversammlung in einer lebhaften Diskussion für die erarbeitete Definition von Alltagsrassismus in der Kulturarbeit aus und unterstützte die erste Selbstverpflichtung, mit einem hohen Maß an Selbstreflexion Rassismus zu erkennen und konkrete Handlungsempfehlungen mit allen Beteiligten zu erarbeiten und umzusetzen.

 

1.    Definition

Alltagsrassismus in der Kulturarbeit findet statt, wenn

…die Hautfarbe, die ethnische Zugehörigkeit oder die Herkunft als Kategorie herangezogen wird, um Klischees zu erfüllen und als Kulturmarke verwertet zu werden.
…Menschen auf eine Kultur reduziert werden, die starr und schicksalhaft verstanden wird.
…Menschen nicht als individuelle Persönlichkeiten betrachtet werden und es ihnen gegenüber an Respekt fehlt.
…Vorverurteilung und Vorurteile die Zusammenarbeit bestimmen und negativ besetzte Eigenschaften auf den Einzelnen aufgrund seiner Gruppenzugehörigkeit projiziert werden.


2.    Selbstverpflichtende Handlungserklärung

Rassismus erkennen:
Die Auseinandersetzung mit Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Sexismus und jeglicher weiterer gruppenbezogener Ausgrenzung muss zum Alltag eines soziokulturellen Zentrums gehören. Ohne ein hohes Maß an Selbstreflexion in diesem Bereich ist wirkungsvolles Handeln gegen Menschenverachtung nicht möglich.


Die LAKS möchte mit den gesammelten Informationen auf den folgenden Seiten ihre Mitgliedszentren dabei unterstützen, die Arbeit und Strukturen im jeweiligen Hause selbstreflexiv unter die Lupe zu nehmen und somit rassistische Handlungsweisen zu erkennen. Außerdem sind weitere Veranstaltungen sowie die Erarbeitung einer Handlungsempfehlung geplant, um Alltagsrassismus in der Kultur zu bekämpfen und die jeweilige Situation vor Ort zu verbessern.