Zuletzt aktualisiert: 27.04.2020 (15:15 Uhr)

 

Finanzen/Liquidität

 

Steuern und Sozialabgaben


Wir empfehlen, sofort Kontakt zu den zuständigen Stellen aufzunehmen (schriftlich oder via ELSTER)

 

Finanzamt:

Bei unmittelbar vom Coronavirus betroffenen Unternehmen gewähren die Finanzbehörden bis Ende 2020 Stundungen von Steuerschulden. Auch können Steuervorauszahlungen angepasst werden. Auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge wird verzichtet.
•    Steuervorauszahlung (u.a. für Einkommens-, Umsatz- und Körperschaftssteuer) für das Quartal 2/2020 herabstufen.
•    Um Stundung fälliger Steuerzahlungen bitten.
•    Den Erlass von Säumniszuschlägen anfragen.
•    Den Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen erbitten.

 

Gemeinde:
•    Gewerbesteuervorauszahlungen (Quartal, Stichtag meist 15.5.) herabstufen.

 

Renten- und Sozialversicherungsträger:
•    Ansprüche auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag können nach § 76 SGB IV gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die Stundung setzt einen entsprechenden Antrag voraus, wobei das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen belegen werden muss.
•    Über den Antrag entscheiden "nach pflichtgemäßem Ermessen" die Krankenkassen der beschäftigten Arbeitnehmer als zuständige Einzugsstellen. Dazu direkt an die zuständigen Krankenkassen wenden.

 

Künstlersozialkasse:

Bei abgabepflichtige Unternehmen können die monatlichen Vorauszahlungen reduziert werden. Bestehen akute Zahlungsschwierigkeiten können auch hier individuelle Zahlungserleichterungen gewährt werden.
•    bei monatlichen Vorauszahlungen: anfragen, ob diese gestundet werden können.
•    Wenn für das laufende Jahr geringere Entgelte an Künstler und Publizisten zu erwarten sind als angemeldet, Korrekturmeldung machen, damit monatliche Vorauszahlungen angepasst werden können.

 

Quelle: LiveKomm

 

 

Mieten, Gebühren, sonstige Kosten

 

Mieten:
•    Vermieter kontaktieren und nach temporärem Mietverzicht fragen (z.B. mindestens 50% oder mehr für die nächsten 8 Wochen). Argument: Besser so, als monatelanger Leerstand in einer Rezessionsphase. Achtet darauf, dass ihr nicht in Kündigungsgefahr geratet (in der Regel nach dem Ausfall von zwei Monatsmieten oder erheblichen Anteilen daran).

•    Um Kündigungen von Wohn- und Gewerbemieträumen, wie Ateliers, Proberäumen und Clubs, zu vermeiden, soll befristet bis September eine Kündigung aufgrund von Mietschulden nicht möglich sein. (https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Miete/Corona_Miete_node.html)

•    Rechtsanwalt Löhr hat ein Papier mit Formulierungsmuster bzgl. Mietminderung zusammengesetellt: Download hier.

 

GEMA:
•    Die GEMA wird finanzielle Übergangshilfen für individuelle Härtefälle gewähren und dafür bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Darüber hinaus entfallen für die Zeit der behördlich angeordneten Schließung von Betrieben deren GEMA-Vergütungen. (https://www.gema.de/musiknutzer/coronavirus-kundenunterstuetzung/)

 

ansonsten: Kündigung von Pauschaltarifen (z.B. Disko-Tarif M-CD, Kneipentarif oder Hintergrundtarif) für die Zeit des Ausfalls. Vereinbarungen treffen, um Zahlungen auszusetzen und um Aufschub von Forderungen zu erreichen. Wenn vorhanden: Lastschriftverfahren kündigen. Bei Ablehnung auf Härtefall plädieren und Angemessenheitsprüfung erwirken.

 

Kredite:
•    Wer Kredite bedienen muss, sollte mit der Hausbank sprechen, um Kredittilgungen zu stunden oder neue Kreditlinien zu vereinbaren. Es gibt auch KFW-Sonderdarlehen für die Überbrückung: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

•    Zur Bewältigung der Corona-Krise bekommen kleine und mittlere Unternehmen eine deutlich stärkere Unterstützung durch die Bürgschaftsbanken. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium haben ein Maßnahmenpaket für Arbeitnehmer und Unternehmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der "Corona-Krise" geschnürt. Darin sind auch Sofortmaßnahmen der Bürgschaftsbanken vorgesehen. (https://www.buergschaftsbank.de/)

•    Außerdem könnt ihr euch bei der L-Bank informieren: https://www.l-bank.de/artikel/lbank-de/tipps_themen/programmangebot-der-l-bank-bei-abflauender-konjunktur-und-krisensituationen.html 

 

Brauereien und Lieferanten:
•    Bei Brauereien und Lieferanten, die an der Finanzierung der Einrichtung beteiligt sind, Direkthilfen anfragen (z.B. Stundung von Forderungen, Forderungsverzicht (z.B. 33%).

 

Weitere Fixkosten:
•    Weitere Fixkosten, wie Strom, Wasser, Abfall etc. analysieren und mit den Vertragspartnern das Gespräch suchen.

 

Quelle: LiveKomm

 

 

Insolvenzrecht

 

Zunächst bis Ende September (eine Verlängerung ist in Arbeit) gilt eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Betriebe, die wirtschaftliche Schäden durch den massiven Anstieg der Infektionen mit dem neuartigen SARS-CoV-2-Virus erleiden. (https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Insolvenzantrag/Corona_Insolvenzantrag_node.html)

 

Sollten kleine Zentren sehr bald vor Liquiditäts- und Existenzproblemen stehen, bitte wir diese sich in der LAKS-Geschäftsstelle zu melden. Die LAKS Baden-Württemberg e.V. versucht für ihre Mitgliedszentren jede mögliche Hilfestellung zu leisten.