Nachruf


Sabine Bartsch ist gestorben. Die gesamte LAKS Baden-Württemberg, Mitglieder, Vorstand, Sprecherrat und die Geschäftsstelle trauern um sie.


Sabine, die aus Oldenburg nach Südwestdeutschland kam und seit 1996 Geschäftsführerin des Kulturzentrum Dieselstrasse in Esslingen war, hat viel bewegt. Sie hat sich aktiv für Frauen in Führungspositionen eingesetzt, das war ihr immer wichtig. Sie war in vielen Netzwerken in Stadt und Land sehr erfolgreich aktiv. Sie selbst hat beispielsweise die Mittel für den wunderbar gelungenen Neubau der Dieselstrasse besorgt und aus einem in die Jahre gekommenen Industriebau am Rande der Stadt ein großartiges Kulturzentrum gemacht.


Gemeinsam mit ihrem Team hat Sabine unzählige Veranstaltungen organisiert und mit Leidenschaft ein dichtes Programm gestaltet, von Kabarett über Theater zu Konzerten, Stadtteilprojekten und vielem mehr. Damit war und ist das Kulturzentrum Dieselstrasse Vorbild, Gastspielort und geschätzter Kooperationspartner für Kulturschaffende in ganz Deutschland.

 

Für die LAKS Baden-Württemberg war Sabine Bartsch 20 Jahre im Sprecherrat und mehr als zehn Jahre lang im Vorstand. In dieser Zeit hat sie die Geschicke des Landesverbandes und der Soziokultur maßgeblich geprägt. Anfang der 2000er Jahre, plante und organisierte sie zwei große Kulturtouren, bei denen Aktive der LAKS Kulturzentren in Baden-Württemberg und Sachsen auf einer mehrtägigen Bustour besuchten. Diese Touren sind allen, die dabei waren, in bleibender Erinnerung, denn zehn Jahre nach der Wende war der Osten Deutschlands für viele Süddeutsche noch immer unbekanntes Land.

 

Verbandsintern unterstützte sie 2007 die Professionalisierung der Geschäftsstelle mit hauptamtlicher Geschäftsführung. In der Landespolitik war Sabine sehr erfolgreich. In zahlreichen Politiker-Gesprächen erinnerte sie die Verantwortlichen an ihre Versprechen, auch die Soziokultur angemessen zu fördern. Es gelang ihr zu erreichen, dass Sondermittel des Bundes für den Ausbau soziokultureller Zentren genutzt werden konnten. So entstanden neue Zentren wie das Franz K in Reutlingen und Häuser wie das E-WERK in Freiburg konnten saniert werden.  Auch die maßgebliche Erhöhung der Landesförderung Soziokultureller Zentren 2012 fiel in ihre Vorstandzeit. 2015 schließlich stellte sie sich nicht mehr zur Wahl, denn sie wollte mehr Zeit zum Schreiben haben.Neben ihrer Tätigkeit in der Dieselstrasse war Sabine Bartsch auch Autorin, nicht zuletzt für junge Leser*innen. Geradlinig, wie sie ihr Leben lang war, hat sie auch für ihre Nachfolge bestens gesorgt und die Dieselstrasse zukunftsfähig gemacht.


Sabine bleibt mit ihrem Erbe, ihrem wachen Geist und ihrer kreativen Gestaltungskraft bei uns.


Die Kolleg*innen der Geschäftsstelle und des Sprecherrats
der LAKS Baden-Württemberg



Juni 2022