LAKS im Dialog
Das Tanzareal im Tempel Karlsruhe
Das Soziokulturelle Zentrum Tempel in Karlsruhe beherbergt mittlerweile nicht nur den Veranstaltungssaal, Ateliers und Proberäume für Bands, sondern auch das TanzAreal, einen mit Schwingboden gut ausgestatteten Tanzraum. Der Impuls dazu kam von der Tanzkompagnie Kiesecker | Höß. Auf der Suche nach Proberäumen in Karlsruhe gründete die Tanzkompagnie K|H mit anderen Tanzakteuren 2023 einen Verein dafür, der mittlerweile 40 Mitglieder hat. Als im Tempel geeignete Atelierräume frei wurden, war die Synergie perfekt. Die LAKS sprach mit Sarah Kiesecker und Dominik Höß vom TanzAreal sowie Geschäftsführer Martin Holder vom Tempel.
LAKS: Der Tempel ist Unterstützer des TanzAreal. Warum ist das TanzAreal wichtig für den Tempel, beziehungsweise für Karlsruhe?
MARTIN: Für den Tempel ist das TanzAreal wichtig, weil der Tanz in unserem Programm primär eine unserer Stärken ist. Wir haben die Tanztribüne von Hans Traut im Haus und veranstalten das Festival Tanz Karlsruhe, daher passt es sehr gut rein und schärft das Profil vom Tempel. Die kurzen Wege sind da, man kann Produktionen fürs Tanzfestival besprechen. Wir möchten Produktionen ermöglichen, die wir dann in der Halle zeigen und deshalb ist das TanzAreal für den Tempel ein Aushängeschild.
SARAH: Eben auch weil der Tempel ein kulturelles Zentrum ist, fühlt sich die Nähe zu den Proberäumen und auch zu der Bühne vom Tempel sehr inspirierend und bereichernd an.
LAKS: Gibt es eine Kooperation? Wie sieht die Kooperation aus?
SARAH: Ja, die Kooperation gibt es auf jeden Fall. Der Tempel ist nicht nur unser Vermieter, sondern Martin engagiert sich ja auch sehr persönlich im Verein.
MARTIN: Ja, ich bin eine Doppelfunktion.
SARAH: Genau, das ist immer sehr lustig. Ich finde, das ist nicht nur eine sondern auch eine richtig gute Zusammenarbeit, die dadurch, dass ihr uns was ermöglicht, wir auch wieder mehr zurückgeben können. Einfach ein sehr gutes Geben und Nehmen.
MARTIN: Wir unterstützen auch die normalen Workshops, die Open Stage oder jetzt die Gala natürlich, auch mit Instagram, auf der Homepage und so weiter. Die Produktion „The Truth“ war eine Koproduktion, die im Tanzfestival gezeigt wurde.
DOMINIK: Schön ist, dass im Tanzfestival internationale Gäste da sind und dann hier mal einen Workshop geben und den Raum gesehen haben.
LAKS: Was wollt ihr in Zukunft gemeinsam machen? Gibt es schon Angebote? Und wer kann mitmachen?
SARAH: Ich glaube, der Raum ist auf einem sehr guten Weg weiter zu wachsen und die Karlsruher Tanzszene und auch ein bisschen überregional zu vernetzen. Und wir haben jetzt das Glück, dass wir für die nächsten beiden Jahre eine institutionelle Förderung bekommen haben. Der Raum soll einfach wachsen. Wir haben eine gute Auslastung. Was ich mir noch wünschen würde, wäre, dass noch mehr Produktionen hier produziert werden, die auch finanziell auf besseren Füßen stehen.
DOMINIK: Ich finde das ein beruhigendes Gefühl, zuvor wussten wir nie, ob wir in zwölf Monaten noch da sind. Und jetzt ist es ein schönes Gefühl, sich zu überlegen, wie wollen wir es denn einrichten, und über Investitionen zumindest mal nachzudenken, weil man weiß, das hat eine Zukunft. Und das ist jetzt irgendwie zum ersten Mal, seit wir 2022 gestartet sind.
LAKS: Und Angebote, wo man mitmachen kann? Habt ihr sowas hier im TanzAreal?
DOMINIK: Genau, wir machen so kleine Open Stages, bei denen Künstler*innen einfach direkt das Feedback vom Publikum bekommen. Und dann haben wir eben Workshops, wo wir bisher viele Tanzschaffende aus Baden-Württemberg eingeladen haben.
Es hat sich auch ein super Publikum gefunden. Ich weiß nicht, wo die vorher getanzt haben, auf jeden Fall hat sich da was zusammengefunden, was es vorher nicht gab.
SARAH: Und eine Art Profitraining zu etablieren in Karlsruhe, weil es das zumindest im zeitgenössischen Bereich nicht gab. Das günstiger anzubieten, als in einer Tanzschule, war uns wichtig. Weil ich glaube, wenn man im Bereich Tanzarbeit trainieren möchte, ist es sehr schwer, auch noch viel Geld für Training auszugeben.