Zuletzt aktualisiert: 24.03.2020 (12:40 Uhr)

 

Rechtliches

 

Vorgehen bei Veranstaltungsabsagen

Bereits geschlossene Verträge


Bei einem behördlichen Veranstaltungsverbot auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes, wie es der Erlass der Landesregierung nach sich zieht, liegt ein Fall von "höherer Gewalt" vor. Damit muss jeder durch die Absage betroffene Vertragspartner die Folgen selbst tragen. Das heißt, dass Schadensersatzansprüche nicht geltend gemacht werden können und alle bereits geleisteten Zahlungen zurückzuzahlen sind.
Löst sich jedoch ein Vertragspartner einseitig vom Vertrag, z.B. lediglich aus Angst vor dem Coronavirus, liegt keine "höhere Gewalt" vor. Hier können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Allerdings ist stets der Einzelfall zu betrachten.


Siehe auch: https://hoesmann.eu/veranstaltung-wird-wegen-corona-virus-abgesagt-was-sind-die-folgen/#vertragliche-grundlage

 

 

Tickets im Vorverkauf


Sind Tickets für abgesagte Veranstaltungen im Vorverkauf erworben worden, bleiben sie grundsätzlich bis zu einem etwaigen neuen Termin gültig. Zudem besteht grundsätzlich ein Erstattungsanspruch auf den Ticketpreis. Denn im Falle einer Absage kommt der Veranstalter seiner Leistungspflicht nicht nach – unabhängig davon, ob der Veranstalter den Ausfall zu verantworten hat oder nicht.

Siehe auch: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/wenn-grossveranstaltungen-wegen-corona-abgesagt-werden-ihre-rechte-45416

 

Sollte eine Veranstaltung jedoch stattfinden und der Käufer will sein Ticket aus Angst vor einer Ansteckung zurückgeben, besteht kein Anspruch auf Erstattung. Angst vor einem Virus ist kein Grund, von einem bestehenden Vertrag zurückzutreten. In einem solchen Fall kann der Käufer nur auf die Kulanz des Veranstalters hoffen.

 

 

Rechtsberatung

 

Die Bundesinitiative „Unternehmen: Partner der Jugend“ (UPJ) e.V. bietet Pro Bono Rechtsberatung für gemeinnützige Organisationen kostenfrei an. (https://probono-rechtsberatung.de/)